Das Bewegungssegment

 

 

Das Bewegungssegment wird am ehesten nach Junghanns (FSU= Funktional Spinal Unit) beschrieben, welches besagt:

  • das zwei beweglich miteinander verankerte Wirbel mit der Gesamtheit ihrer Muskeln, Bänder, ihrer zwei Gelenke und ihrer Bandscheibe als Bewegungssegment bezeichnet werden.

Es besteht also jeweils aus denjenigen Strukturen, die durch ein Gelenk verbunden und damit gegeneinander beweglich sind.
Somit bestehen die Bewegungssegmente der Wirbelsäule z.B. aus zwei Wirbelkörpern, der verbindenden Bandscheibe und den Wirbelgelenken mit dem dazugehörigen Muskel-Bandapparat.
Dabei verfügt jedes Bewegungssegment über einen bestimmten Bewegungsspielraum, dass "Joint-Play" oder "Gelenkspiel". Der Bewegungsspielraum ist für jedes Gelenk individuell und ist von den anatomischen Gegebenheiten abhängig, daher fällt an der Wirbelsäule das "Joint-Play" aufgrund der anatomisch spezifischen Struktur sehr viel geringer aus, als an den Extremitätengelenken. Der Manualtherapeut ist in diesem Zusammenhang immer an folgenden Untersuchungsergebnissen interessiert:

  • Wie ist die Quantität und Qualität des Bewegungssegmentes bei passiver Bewegung?
  • Gibt es Anzeichen für eine pathologische Veränderungen oder Instabilitäten?

Um die geforderten Informationen zu bekommen, macht der Manualtherapeut sich standardisierte Tests zu Eigen. Diese Tests sollten immer auf die gleiche Art und Weise erfolgen, um das Befundergebnis reproduzieren zu können. Die Bewegungstests müssen in allen Ebenen des Bewegungssegments durchgeführt werden. Das heißt, bezogen auf die Wirbelsäule, nicht nur Beugung und Streckung, sondern auch die seitliche Neigungsfähigkeit und die Rotation müssen getestet werden. Wenn möglich sollte die Endstellung des jeweiligen Segmentes eingenommen werden, um das Endgefühl aufzunehmen.
Beispiel:
Ein maximales Vergleiten der Wirbelgelenke an der Wirbelsäule erreicht man durch eine 3-Dimensionale (3D) Gelenkeinstellung. Bei einer homonymen 3 dimensionalen Flexionen zur linken Seite, führt der Patient eine Bewegung in Beugung und Rotation nach links aus, begleitet mit einer Seitneigung nach links. Aus dieser Stellung kann der erfahrene Manualtherapeut die einzelnen Bewegungskomponenten separat testen und evtl. Einschränkungen feststellen. Liegt eine Pathologie wie umgangssprachlich ein "Hexenschuss" vor, so wird der Therapeut eine oder mehrere pathologische Bewegungsgrenzen im entsprechenden Bewegungssegment diagnostizieren können. In diesem Zusammenhang könnte man auch den Begriff einer "Blockierung" anbringen.

Zusammenfassung Diagnostik:

  • Die Erhebung einer lückenlosen Anamnese
  • Eine gründliche, allgemeine und gezielte manualmedizinische Untersuchung zur Feststellung der Behandlungsindikation und zum Ausschluss von Kontraindikationen
  • Darüber hinaus können spezielle Untersuchungsverfahren erforderlich werden. Bei Bedarf Röntgenaufnahmen von angemessener Aktualität, in der Regel in zwei Ebenen, in Abhängigkeit vom Krankheitsbild weitere bildgebende Verfahren, z.B. Computertomografie oder MRT.
 
           

 

 

Praxis für Naturheilkunde Physio- und Osteopathie

Oliver Geck
Kristiansandstr. 141
48159 Münster
Kinderhaus


Tel.: 0251 - 922 60 552

Impressum