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Untersuchung der Koordination

 

 

Störungen der Koordination können so ausgeprägt sein das einfach anmutende Aufgaben nicht bewältigt werden können, wie z.B. den Finger zur Nase führen, Gehen oder auf einem Bein stehen (Astasie/Abasie).

Bei größeren Koordinationsschwierigkeiten wird zunächst bei geöffneten Augen mit den Tests begonnen und erst dann mit geschlossenen Augen geprüft.

Eine deutliche Zunahme der Symptome deutet auf eine Störung der somatosensorischen Afferenzen (spinale Ataxie) hin, wobei es bei zerebralen Läsionen kaum Unterschiede zwischen geschlossenen oder offenen Augen gibt. Folgend sollen einige Tests beschrieben werden die zur Koordinationstestung herangezogen werden können.

Bei Koordinationsprüfungen wird generell auf Zielsicherheit, Flüssigkeit der Bewegung oder einen eintretenden Intentionstremor bis hin zur Ataxie geachtet.

Obere Extremität

Finger-Nase-Versuch

Im weiten Bogen erst mit offenen, dann mit geschlossenen Augen den Zeigefinger zur Nasenspitze führen lassen. Die Bewegung soll in voller Abduktionsstellung des Armes beginnen

Bárány-Zeige-Versuch

Patient soll auf den Finger des Untersuchers deuten. Position des Fingers wird rasch vor dem Gesicht des Patienten geändert dieser versucht zu folgen

Diadochokinese

  • Beide Hände werden schnell im Wechsel supinieren und pronieren.
  • Rasche Pronation und Supination einer Hand in der supinierten Handfläche der gegenüberliegenden Hand.
  • Schnell abwechselnd mit Handrücken und Handflächen auf eine Unterlage klopfen.

Es treten Dys- oder Bradydiadochokinesen bei Kleinhirnläsionen, extrapyramidalen Störungen, zentrale Paresen und Störungen der Tiefensensibilität auf.

Rebound-Phänomen

Der gebeugte Unterarm des Patienten erhält einen Widerstand in Richtung Beugung. Der Widerstand wird vom Untersucher plötzlich ausgesetzt. Bei einem Gesunden wird die Bewegung Rasch gebremst, bei koordinationsgestörten Patienten nicht (Achtung: Gesicht durch Untersucherhand schützen) Variation: Pat. drückt die nach vorn gestreckten Arme gegen den Widerstand des Untersuchers nach oben. Bei plötzlichem Nachlassen des Gegendrucks schlagen bei Patienten mit Kleinhirnläsionen die Arme nach oben aus, der Gesunde federt durch Innervation der Antagonisten schnell ab (Achtung: Pat. kann dabei nach hinten kippen)

Untere Extremität:

Knie-Hacken-Versuch

Ferse des einen Beines auf die Patella des anderen setzen

Verlängerter Knie-Hacken-Versuch

Ferse des einen Beines auf die Patella des anderen setzen und die Schienbeinkante herunterfahren lassen bis zum Fuß

Rumpf im Sitz:

Der Patient sitzt an der Bettkante, die Beine hängen frei herunter. Es wird darauf geachtet ob es möglich ist den Rumpf ruhig zu halten. Zur Erschwerung kann man den Patienten bitten die Arme nach vorne auszustrecken oder die Augen zu schließen.

Stand:

 

Romberg-Versuch

Der Patient steht mit geschlossenen Füßen zunächst mit offenen, dann mit geschlossenen Augen. Ergibt sich eine Unsicherheit nach Schließen der Augen so kann dies auf eine sensible Ataxie deuten.Fallneigung zur Seite ohne Parese gibt Hinweis auf ipsilaterale Schädigung des Gleichgewichtorgans oder des Kleinhirns.Bei unsystematischem Schwanken mit Rechenaufgabe ablenken. Differenzialdiagnose: sensible oder zerebelläre Ataxie

Variation:Mit dicht voreinander gestellten Füßen

Unterberger-Tretversuch

Mit geschlossenen Augen tritt der Patient etwa 1 Min. auf der Stelle. Bei einseitigen vestibulären oder zerebellären Störungen erfolgt eine Drehung um die Körperachse zur erkrankten Seite (> 45°). Dreimal wiederholen.

Weiter wird auf Auffälligkeiten wie zu hohes anheben der Beine oder abweichendes Aufsetzen der Füße geachtet.

Einbeinhüpfen

sehr sensitive Methode zur Prüfung leichter Paresen oder Koordinationsstörungen.

Gang:

Es gibt den Normal-, Blind- oder Seiltänzergang, es sollen mindestens 10 Schritte ausgeführt werden. Es wird auf Flüssigkeit der Bewegung, Mitbewegung der Arme, Seitenabweichung, Schwanken, normale oder breite Führung der Beine geachtet.

 

 

 

 

 
           

 

 

Praxis für Naturheilkunde Physio- und Osteopathie

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