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Untersuchung vegetativer Funktionen

 

 

 

Nach Stuhl- und Urinanamnese

Retention bei spinalen Läsionen, unwillkürlicher Abgang bei Krampfanfall, Inkontinenz bei MS

Vegetative Labilität

Dermographismus, Schweißneigung (Delir, Hyperthyreose)

Minorscher Schweißversuch

Indikation: Lokalisationsdiagnostik bei Rückenmarkserkrankungen oder Schädigung der zentralen Sympathikusleitung.

Durchführung:

Der Patient trinkt 1 l heißen Lindenblütentee (Schweißtreibend) und nimmt 1 g ASS.
Danach wird die zu untersuchende Körperregion mit einer Iod-Tinktur bestreichen (Zusammensetzung: 1,5% Jodi puri, 8,5% Olei rhicini, 90% reiner Alkohol).
Nach Trocknen der Tinktur wird die Körperregion mit Kartoffelstärkepuder bestreuen und den Pat. 20 Min. unter einen Lichtkasten (Heißluft) gelegt.

Auswertung:
Die dunkle Verfärbung der Stärke (durch Jod-Stärke-Reaktion) zeigt die Schweißsekretion an. Erfolgt keine ausreichende Schweißbildung, wird der Test wiederholt. Statt der Erwärmung appliziert man dann 0,01 g Pilocarpin (pharmakogene Schweißsekretion).

 

Ninhydrintest nach Moberg

Indikation:
Schäden peripherer Nerven oder des zervikalen Grenzstranges.

Differenzialdiagnose zwischen Wurzel- und Plexusschaden. Die Schweißsekretion ist bei Plexusschäden gestört, bei Wurzelschäden oder spinaler Läsion nicht.

Differenzierung zwischen prä- und postganglionärem Horner-Syndrom.

Durchführung:

Die zu untersuchende Körperregion des Patienten (Hand- oder Fußfläche sowie Stirn) wird auf Schreibmaschinen- oder Löschpapier gedrückt, die Umrisse einzeichnen.

Das Papier mit 1%igem Ninhydrin in Azeton tränken oder besprühen und trocknen lassen.

Auswertung:
Areale mit Schweiß zeigen eine Violettverfärbung durch Reaktion von Aminosäuren des Schweißes mit Ninhydrin. Bezirke ohne Schweißsekretion bleiben weiß.

 

Kardiale Diagnostik

Indikation:

Synkopen-Abklärung, vegetative Mitbeteiligung bei PNP oder GBS

 

Schellong-Test:
Der Schellong-Test ist eine Kreislauffunktionsüberprüfung zur Differenzialdiagnostik von orthostatischen Kreislaufregulationsstörungen.

Bei der Puls- und Blutdruckveränderungen unter leichter Belastung sofort nach 2, 4, 6, 8, 10 Min. gemessen werden und verglichen werden mit den Werten aus der Horizontallage (Werte von 10 Min. ruhiges Liegen).

Schellong-Test I (Stehbelastung):

Bei einem Gesunden führt 10 minütiges Stehen in entspannter Haltung zur Pulsfrequenzsteigerung unter anfangs gleichbleibenden oder vorübergehend leicht absinkenden systolischen und anfangs gleichbleibenden oder vorübergehend leicht ansteigenden diastolischen Werten (max. 15 bzw. 10 mmHg RR).

 

Schellong-Test II (Treppensteigen):

25 Stufen, 2mal auf und absteigen

Reaktionen bei einem Gesunden:

- sofortiger Anstieg des systolischen Blutdrucks um 30-80 mmHg
- gleichbleibenden oder leicht absinkenden diastolischen Werten
- Zunahme der Pulsfrequenz um 20-30 (nicht über 100/Min.)
- Normalisierung nach 2 min. (im Liegen)

 

Schellong-Test III

Wie Schellong-Test II jedoch mit zusätzlicher Kontrolle des QRS-Verhaltens.

 

Einteilung der orthostatischen Kreislaufstörungen:

1. Hyperdiastolische Form
Anstieg des diastolischen Druckes bei kleiner Amplitude

2. Hypodiastolische Form
Starker Abfall des diastolischen Druckes

Formen:

Hyperdiastolisch Störung:

Mangelnde Venotonisierung trotz verstärkter Symphaticusaktivierung

Hypodiastolische Form:

Mangelnde Gegenregulation des Symphaticus

 

Asymphatikotone hypotone Kreislaufdysregulation:

Verringerung des systolischen und diastolischen Blutdruckes, sowie der Herzfrequenz im Schellong-Stehversuch bei autonomen Neuropathien (z.B. Shy-Drager-Syndrom).

 

Karotisdruckversuch:

Massage des Karotissinus für max. 5 Sek. Positiv bei RR-Abfall < 30 mmHg

Achtung: Gefahr der Asystolie!

EKG:

Bestimmung der RR-Interpeaklatenzen.

Frequenzstarre bei tiefer Einatmung weist auf Schädigung des autonomen Reflexbogens (z.B. bei GBS, PNP) hin.

 
           

 

 

Praxis für Naturheilkunde Physio- und Osteopathie

Oliver Geck
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