Forestier-Erkrankung

 

 

(Jacques Forestier geb. 1890)

Synonym: Ankylosierende Hyperostose oder Spondylosis hyperostotica

Kennzeichen:

  • Diffuse Verkalkung oder Verknöcherung des Lig. longitudinale anterius
  • Osteophyten an der Vorderseite der Wirbelkörper
  • Der Verlauf ist langsam und schleichend
  • Erste Anzeichen der Krankheit zeigen sich meist im 4. lebensjahrzehnt
  • Eine deutl. radiologische Diagnose ist jedoch meist erst viel später möglich
  • Die Erkrankung tritt bei Männern doppelt so häufig auf als bei Frauen

 

Ursache:
Es ist keine eindeutige Ursache der Erkrankung bekannt, jedoch leiden ca. 17-50% an einem Diabetes mellitus (Van der Korst 1984).

Klinik:

  • Führt besonders bei Männern kaum zu klinischen Symptomen
  • Oft treten mäßige Schmerzen insbesondere am Morgen und am Abend auf sowie nach langem Sitzen
  • Eine Steifheit tritt vornehmlich im Bereich der BWS auf, in geringerem Ausmaß auch im thorakolumbalen Übergang sowie in der LWS
  • Bei 10 bis 20% der Patienten stehen Symptome wie Schluckstörungen (Dysphagie) im Vordergrund. Als Ursache hierfür kommen zervikale Osteophytose, insbesondere der Wirbelkörper C4 und C5 in Höhe des Krikoids in Betracht.
  • Meist hat der Patient eine langjährige anamnestische Vorgeschichte von spinalem Ursprung. Vielfach handelt es sich um Sehnen- und Gelenkbeschwerden, insbesondere im Ellenbogen. Auch ein an eine Insertionstendinopathie der Achillessehne erinnernder Fersenschmerz wird häufig erwähnt, die entsprechende Funktionsuntersuchung ist jedoch negativ.
  • Die lumbale Lordose ist zugunsten einer verstärkten thorakalen Kyphose verstrichen
  • Bei den meisten Betroffenen kommt es zuerst zu einer Verminderung der Seitneigung, später zur Einschränkung der Rotation sowie der Flexion bzw. der Extension

Positive radiologische Zeichen:
Die Forestier-Erkrankung muss radiologisch von einem Morbus Bechterew, einer Spondylosis Deformans und einer Bandscheibendegeneration differenziert werden.

Auf bildgebenden Verfahren des Ösophagus werden oft ventrale Osteophyten an den Wirbelkörpern sichtbar und infolge entsprechende Eindellungen der Speiseröhre. Weitere positive Zeichen sind Kalkablagerungen und abnorme Knochenbildungen an der ventrolateralen Seite. Diese degenerativen Erscheinungen sollten an mindestens vier aufeinanderfolgenden Wirbelkörpern vorkommen und gegebenenfalls mit knopfartigen Verdickungen einhergehen.

Folgende Befunde sollten fehlen:

  • Verschmälerungen der Bandscheiben
  • Degenerative Bandscheibenabweichungen
  • Anzeichen einer Ankylose der Intervertebralgelenke
  • Sowie  Erosionen, Sklerose und Fusion der Iliosakral-Gelenke.

Weitere negative Zeichen:
Im Gegensatz zum Morbus Bechterew fällt die Blutuntersuchung negativ aus!

Therapie:
Durch das Fehlen der ätiologischen Zusammenhänge kann die Behandlung nur symptomatisch erfolgen; falls erforderlich, kommen Analgetika zur Anwendung.
Auch lokale Wärme und ein Ortswechsel zu einem wärmeren Klima führen meist schnell zur Linderung.

 
           

 

 

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