Der Sympathikus

 

 

Die vegetativen Zentren des Sympathikus finden ihren Ursprung in den Seitenhörnern des unteren Brust- und Ländenmarks (von Th1 bis L2/3). Jedoch nimmt die zentrale Sympathikusbahn wahrscheinlich ihren Ursprung im Hypothalamus unter Mitbeteiligung des Kortex. Die emotionellen Verbindungen dürften hier schon mit den thermoregulatorischen Impulsen konvergiert sein.

Danach verläuft die Sympathikusbahn ungekreuzt im Seitenstrang des Rückenmarks und wird zwischen Th1 und L2/3 auf das zweite Neuron in den Seitenhörnern des Rückenmarks umgeschaltet.

Das zweite Neuron verlässt das Rückenmark über die Vorderwurzel. Die Fasern gelangen über die Rr. Communicantes albi in den Grenzstrang. Hier befinden sich die Grenzstranganglien wo die Umschaltung auf das dritte Neuron geschieht. Von hieraus begeben sich die Fasern erneut über die Rr. communicantes grisei zu den spinalen Nervenwurzeln und verlaufen mit dem sensiblen Anteil der peripheren Nerven bis zu ihrem Erfolgsorgan, wie Haut und vor allem zu den Schweißdrüsen.

Die sympathischen Fasern steuern u. a. die Schweißsekretion, Piloarrektion und Vasokonstriktion.

 

Schweißdrüsen

Die Schweißdrüsen werden in ekkrine und apokrine Drüsen unterschieden. Die ekkrinen Drüsen dienen der Thermoregulation und sind überall auf der Haut zu finden wobei die Verteilung variiert. Die Drüsen werden durch die Hormone Adrenalin und Acethylcholin stimuliert, wobei Acethylcholin bei gesteigerter Körpertemperatur und Adrenalin bei erhöter emotionaler Erregung freigesetzt wird.

Die apokrinen Drüsen haben die Aufgabe Duftstoffe freizusetzen sie liegen überwiegend im Bereich des Anus und der Achsel. Sie haben demzufolge keine Thermoregulierende Funktion. Sie werden durch den Neurotransmitter Acethylcholin vom symphatischen Nervensystem stimuliert.

Folgende Rückenmarkssegmente sind für die Schweißsekretion interessant:

  1. Wurzeln Th2/3 bis Th4 Hals-Bereich
  2. Wurzeln Th5-Th7 Thorax, Achselhölen, obere Extremitäten
  3. Wurzeln Th8-L2/3 unterer Rumpf, untere Extremitäten

 

Erfolgsorgan

Sympathicuswirkung

Parasympathicuswirkung

Auge

- M. dilatator pupillae

- M. sphincter pupillae

- M. cillaris

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Pupillenerweiterung

- -

- -

 

- -

Pupillenverengung

Akkommodation (Naheinstellung)

Drüsen

- Tränendrüsen

- Schweißdrüsen

- Speicheldrüsen

 

 

- Magendrüsen

- Darmdrüsen

- Nebennierenmark

 

- -

Sekretionssteigerung

Sekretionsminderung,
-verdickung


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- -

Sekretion (vor allem Adrenalin)

 

Sekretion

- -

Sekretionssteigerung,
-verdünnung


Sekretionssteigerung

Sekretionssteigerung

- -

Sollte sich eine Störung des vegetativen Nervensystems einstellen, so können sich in den obengenannten Organen Störungen manifestieren.

Einfache Reflexgeschehen können, weitestgehend innerhalb des jeweiligen Organs abgelaufen. Komplexere Geschehnisse werden jedoch durch übergeordnete Zentren wie den Hypothalamus oder den zerebralen Kortex (wobei letzteres auch Einfluss auf den Hypothalamus nehmen kann) im Zentralnervensystem gesteuert.

Piloarrektion

Die Piloarrektion ist eine durch den Sympathicus vermittelte Antwort auf Berührung, Kälte oder emotionelle Reize. Sie bewirkt das Aufrichten der Haare auf der Haut (Gänsehaut) durch die Musculi arrectores pilorum.

Vasokonstriktion

Die Vasokonstriktion und Innervation der Herznerven zur Kreislaufregulation geschieht hauptsächlich über die Formatio reticularis und sind weitgehend autonom, werden aber beeinflusst durch übergeordnete Zentren wie Zwischenhirn (Kerne vom Hypothalamus oder Dienzephalon) und der motorischen Hirnrinde. Die spinalen Kerne des Sympathicus im Seitenhorn (präganglionäre Neurone) sind untergeordnete Zentren mit geringer Autonomie.

Dennoch nimmt der Sympathicus eine bedeutende Rolle in der Hautdurchblutung ein. Durch Freisetzung von Noradrenalin, werden die glatten Muskelzellen der Gefäße mittels alpha Rezeptoren stimuliert und es kommt zu einer Vasokonstriktion, durch vermehrte intrazelluläre Ca² Ionen der Ateriolen und arteriovenösen Anastomosen.

 
           

 

 

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